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BRUCH DER SCHULTERPFANNE

BRUCH DER SCHULTERPFANNE

Ein Bruch der Schulterpfanne (Glenoidfraktur) ist im Vergleich zum Bruch des Oberarmkopfes seltener und tritt meist nach größerer Krafteinwirkung auf. 


Dies können Sportunfälle beim Reiten oder Kitesurfen sein. Auch nach Mountainbike- oder Skistürzen kann es zu einer Glenoidfraktur kommen, die häufig einen direkten Einfluss auf die Funktion der Schulter nehmen. 


Mithilfe moderner unfallchirurgischer Verfahren lassen sich Glenoidfrakturen aber gut behandeln, so dass meist nur eine geringe Bewegungseinschränkung zurückbleibt. 


Frakturen der Schulterpfanne lassen sich grob in zwei Bruchmuster unterteilen.



Die zwei häufigsten Bruchmuster sind:


Glenoidrandbrüche: 

Frakturen am Glenoidrand treten typischerweise beim Auskugeln der Schulter auf. Wenn sich die Kugel des Oberarmkopfes über den Rand der Pfanne hinaus verschiebt, kann sie gegen den Rand der Glenoidpfanne drücken, wobei der knöcherne Rand der Pfanne abbricht. 


Dies kann einen Einfluss auf die Stabilität der Schulterpfanne haben. Die Diagnose einer Glenoidfraktur erfolgt mittels Röntgenaufnahme; bei komplexeren Brüchen auch mittels Computertomographie (CT). 


In einigen Fällen ist eine konservative Behandlung ausreichend. Vor allem bei älteren Patienten und unverschobenen Brüchen besteht ein hohes Potential der Selbstheilung. 


Bei jüngeren Patienten steht die Behandlung durch einen operativen Eingriff in Schlüssellochtechnik im Vordergrund. 


Die Behandlung einer Glenoidrandfraktur konzentriert sich auf die Wiederherstellung der normalen Kontur der Schulterpfanne, um wiederkehrende Instabilitäten (Wiederholungsversetzungen) des Schultergelenks zu verhindern.



Brüche im Bereich der Fossa glenoidalis: 

Die Glenoidfossa ist der zentrale Abschnitt der Schulterpfanne. Diese Brüche sind seltener und nicht so häufig mit einem Auskugeln der Schulter verbunden. 


Liegt eine zentrische Gelenkstellung vor, kann eine nicht-operative Behandlung ausreichend sein. 


Bei hochgradigem Versatz der Bruchstücke empfiehlt sich aber eine operative Einpassung der Bruchstücke. Von diesem Eingriff profitieren vor allem aktive Menschen im jüngeren und mittleren Alter, da sie auch das Risiko einer späteren Arthrose des Schultergelenks reduziert.

FAQ zur Glenoidfraktur

Wie sind die Heilungschancen nach einem Bruch der Schulterpfanne?

Sind die Bruchstücke in ihre ursprüngliche Position, oder werden sie durch einen operativen Eingriff wieder dorthin eingepasst und fixiert, sind die Heilungsaussichten bei Glenoidfrakturen sehr gut. Meist bleibt nur eine geringe Bewegungseinschränkung zurück. Je komplexer die Zerstörung des Gelenks, desto höher ist das Risiko für eine Arthrose. Dabei spielt vor allem der Schaden am Gelenkknorpel und an den Weichteilen. Bei einem Bruch der Gelenkpfanne ist das Arthrose-Risiko erhöht.

Welchen Einfluss haben sog. Bankart-Frakturen auf das Arthrose-Risiko?

Bei sog. Bankart-Frakturen spricht man von Brüchen am Rand der Schulterpfanne. Sie lassen sich häufig nach Auskugeln der Schulter beobachten und können zu einer instabilen Schultern führen. Das bedeutet, dass die Schulter im. späteren Verlauf immer wieder auskugelt. Trümmerbrüche die in einer Fehlstellung verheilen führen eher zum Einsteifen der Schulter. Beide Probleme vereint, dass sie bei Patienten mitunter zu schweren Funktionsstörungen an der Schulter führt, die eine operative Behandlung notwendig machen.

Weiterführende Informationen

PROF. DR. MED BEN OCKERT

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin.

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