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KÜNSTLICHES SCHULTERGELENK

KÜNSTLICHES SCHULTERGELENK

Wenn alle Maßnahmen bei schmerzhaftem Gelenkverschleiß erfolglos bleiben, ist das künstliche Schultergelenk eine verlässliche Option.


Ein künstliches Schultergelenk hat das Ziel die Lebensqualität und Mobilität bei Verschleiß oder Bruch der Schulter zurückzugewinnen. 


Ein verschlissenes Schultergelenk führt in der Regel zu Schmerzen und schränkt die Beweglichkeit ein. Darunter leidet die Lebensqualität! Durch die Implantation einer Schulterprothese wird die Beweglichkeit der Schulter verbessert und Schmerzen beseitigt. 


Zunehmende Bedeutung gewinnt die computergestützten Implantation von Kunstgelenken an der Schulter mit Hilfe patientenindividueller CT-Daten, sowie der Navigation und Robotik. 


  • Ein exakt eingesetztes Kunstgelenk schöpft das gesamte Potential dieser Technik aus und führt zu überzeugenden Ergebnissen und zufriedenen Patienten. 



Darauf sollten Sie bei der Auswahl des "passenden" Kunstgelenks achten.


Künstliche Schultergelenke bestehen aus körperverträglichen Metallimplantaten aus Titan-oder Kobalt-Chromlegierungen.



Wenn hauptsächlich der Oberarmkopf zum Beispiel in Folge eines Bruches des Oberarmkopfes von der Arthrose betroffen ist, und die Gelenkpfanne noch einen guten Knorpelüberzug sowie keine wesentliche Deformierung aufweist, ist es meistens ausreichend, nur diesen Teil des Gelenks durch eine Endoprothese zu ersetzen. 


Die Oberfläche des Oberarmkopfes wird hierbei abgetragen und mit einer schaftfreien Prothese versorgt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das den natürlichen Knochen weitgehend erhält. 


Auf eine Verankerung mit einem langen Prothesenschaft im Knochen des Oberarms wird verzichtet. Ein Ersatz der Pfanne ist hierbei auch möglich. Weisen der Oberarmkopf und die Gelenkpfanne schwere Knorpelschäden und eine deutliche Deformierung auf, sollten in der Regel beide Gelenkteile ersetzt werden. 


Man spricht dann von einer Schultertotalendoprothese. Der Kurzschaft der Prothese wird im Knochen des Oberarms stabil verankert. Der Pfannenersatz wird in den meisten Fällen über Zapfen oder einen Kiel auf der Rückseite der Pfanne in den Knochen einzementiert. 


Zur Behandlung der Pfannenarthrose kommen verschiedene Pfannentypen zur Anwendung. Im Normalfall werden Pfannen aus hochvernetztem Polyethylen mit Zementierung verwendet. 


PE Pfannen mit zentralem fächerförmigen Zentralzapfen können durch Knochenunterfütterung nahezu zementfrei implantiert werden, weil der zentrale Zapfen knöchern einwächst. 


Wir unterscheiden Pfannen mit Kiel-und mit Zapfenverankerung. Für besondere Indikationen bei fortgeschrittenem Knochenverschleiß können auch Titanpfannen mit Polyethylenaufsatz zementfrei eingebaut werden, die konvertierbar sind. 


Sollte es nach vielen Jahren zu einem weiteren Gelenkverschleiß kommen, kann man diese Pfannen zu einem inversen System umbauen. 


Besteht neben der Arthrose eine ausgedehnte Schädigung der Rotatorenmanschette, so dass die Bewegung des Arms nur noch eingeschränkt möglich ist, kann eine spezielle Endoprothese erforderlich sein. 


Dieses Implantat ist für die Gelenkbewegung nicht auf die Rotatorenmanschette angewiesen und wird als inverse (umgekehrte) Endoprothese bezeichnet. Die Kugel wird, anders als bei der anatomischen Prothese, an der Gelenkpfanne verankert. 


Das biomechanische Prinzip der inversen Endoprothese besteht in der Verlagerung des Rotationszentrums, um den herum die umgekehrte Oberarm-Pfanne rotieren kann. 


Die fehlende Kraftentwicklung der geschädigten Rotatorenmanschette kann durch den Deltamuskel ausgeglichen und der Arm wieder angehoben werden. 


Die Verankerung der Kugel in der Gelenkpfanne erfolgt zementfrei mit Hilfe von Schrauben. Im Oberarm wird die Endoprothese bei guter Knochenqualität zementfrei eingesetzt. 


Im oberen Teil der Oberarmendoprothese wird eine Gleitpfanne aus Polyethylen eingepresst, die dann um den Kopf gleiten kann. 


Die inverse Endoprothese wird meist bei Patienten ab dem 65. Lebensjahr eingesetzt. Voraussetzung ist eine unversehrte Deltamuskulatur.

FAQ zum künstlichen Schultergelenk

So ist der weitere Ablauf mit einem künstlichen Schultergelenk.

Nach dem Eingriff ist der betroffene Arm in einer Orthese gelagert. In den ersten Tagen ist es wichtig den Arm in dieser Position zu lagern, damit das neue Gelenk nicht auskugelt. Bei einem anatomischen Kunstgelenk wird meistens die Rotatorenmanschette erhalten bzw. wieder befestigt, wodurch die Sehnen in den ersten 6 Wochen Zeit für die Einheilung am Knochen benötigen. In dieser Zeit sollte der Arm nicht zu stark nach außen gedreht werden.

Wie unterscheidet sich die Nachbehandlung bei einer inversen Prothese.

Bei einer inversen Prothese ist das Einheilen der Sehnen zwar nicht so entscheidend wie bei einer anatomischen Prothese, trotzdem sollten Bewegungen am Anfang unter Begeleitung eines Physiotherapeuten geübt werden um einen guten Bewegungsablauf des neuen Gelenks zu gewährleisten. Nach 3-4 Wochen ist dies meistens geschafft, sodass bei einer inversen Prothese die Nachbehandlung dann frei gegen werden kann. Insgesamt muss man nach einem künstlichen Schultergelenk mit einer Nachbehandlungszeit von 3-6 Monaten rechnen. Viele Patienten verspüren noch über das erste Jahr hinaus Verbesserungen im Bewegungsablauf.

Weiterführende Informationen

PROF. DR. MED BEN OCKERT

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin.

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