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FROZEN SHOULDER

FROZEN SHOULDER

Die Frozen Shoulder ist eine der häufigsten Erkrankungen an der Schulter. Sie kann spontan, d.h. primär ohne erklärbare Ursache (idiopathisch) oder sekundär nach einer Verletzung oder einem operativen Eingriff auftreten. 


Der typische Verlauf unterteilt sich in 3 Phasen:


  • 1. Phase (das "Einfrieren", auch Freezing Shoulder): In dieser Phase kommt es zu einer entzündungsähnlichen Veränderung der Gelenkkapsel, die äußerst schmerzhaft sein kann. Dabei treten die Schmerzen bei Bewegungen, vor allem dem Anheben des Arms, aber oft auch in Ruhe oder nachts beim Schlafen auf. Aufgrund der Schmerzen benutzt der Patient Arm und Schulter weniger, es kommt zur Schonhaltung. Diese Phase des Einfrierens dauert etwa 4, manchmal auch bis zu 9 Monaten.


  • 2. Phase (das "Gefrorensein", die eigentliche Frozen Shoulder): Als Folge der entzündlich bedingten Verklebungen und Verwachsungen schrumpft die Gelenkkapsel. Dadurch leidet die Beweglichkeit der Schulter extrem, der Patient kann den Arm kaum noch bewegen. Parallel dazu lassen die Schmerzen meist deutlich nach. Diese Phase dauert durchschnittlich etwa 4 Monate.


  • 3. Phase (das "Auftauen"): In dieser Phase gehen die entzündlichen Prozesse zurück. Es kommt zu einer langsamen Ausheilung, wobei die geschrumpfte Gelenkkapsel jedoch verkleinert zurückbleibt. Die Schmerzen sind deutlich reduziert und die Schulter wird langsam wieder beweglicher, sie taut sozusagen wieder auf. Das Auftauen braucht unterschiedlich lang, bei manchen Betroffen dauert es Jahre, bis sie die Schulter wieder normal bewegen können.


Bei der sekundären Schultersteife verklebt und schrumpft die Schultergelenkkapsel aufgrund von Schultererkrankungen wie z. B. einem Schulterbruch oder einem Impingementsyndrom oder auch durch Operationen an der Schulter.


Das sind die konservativen Therapieoptionen:


  • Schmerztherapie. Gegen akute Schmerzen helfen schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen. Sie können in Tablettenform eingenommen werden, manche gibt es auch als Gel oder Salbe zum Einreiben.


  • Kortisoninjektion. Wenn die Beschwerden sehr stark sind, können Infiltration mit Kortison (z. B. Triamcinolon) mit einer Spritze direkt in das Gelenk helfen, die Entzündung etwas einzudämmen und die Schmerzen zu lindern. Kortisonspritzen werden zurückhaltend angewendet, da Kortison selbst zu einer Degeneration von Sehnen führen kann. In den meisten Fällen spritzten wir eine Mischungen aus einem schmerzlinderden Medikament und etwas Kortison.


  • Kortison als Tabletten. Einige Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Kortisontabletten in einem streng eingestellten Bereich die Symptome einer Frozen Shoulder lindern kann und die Patienten Lebensqualität zurückgewinnen. Bei der Einnahme von Kortison muss man aber beachten, dass sie bei manchen Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus, zu starken Nebenwirkungen führen kann. Deshalb sollte eine Kortisontherapie immer in Absprache mit dem Hausarzt erfolgen.


  • Nervenblockade. Bei starken Schmerzen ist es möglich, die sensiblen Nervenfasern der Schulter zu blockieren. Dafür spritzt man ein betäubendes Medikament in die Nähe des Nervenverlaufs. Diese Möglichkeit ist sehr starken Krankheitsverläufen vorbehalten.


  • Krankengymnastik. Vorsichtige Dehn- und Bewegungsübungen sind dann angebracht, wenn die akuten Schmerzen nachlassen, also in Phase 2 und 3 der Erkrankung. Damit soll die Beweglichkeit der Schulter erhalten und – wenn möglich – wieder ausgebaut werden. Zu Beginn bewegt der Patient die Schulter nicht selbst, sondern die Bewegungen werden durch den Physiotherapeuten durchgeführt. Später kommen aktive Übungen dazu, z. B. das Armpendeln mit und ohne Gewicht. 


  • Manipulation unter Anästhesie. Bei dieser auch Narkosemanipulation genannten Methode bewegt der Arzt die Schulter des durch eine Narkose total entspannten Patienten in alle Richtungen. Dadurch sollen sich verklebte Strukturen lösen und die Gelenkkapsel wieder weiten. Meist sind 2 bis 3 Behandlungen nötig.


Operation. Hier weitet der Arzt die Gelenkkapsel, indem er sie im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) an mehreren Stellen einschneidet.

FAQ zur Frozen Shoulder

Wann ist ein operativer Eingriff bei Frozen Shoulder notwenig?

In den allermeisten Fällen lässt sich eine Frozen Shoulder konservativ behandeln, d.h. ohne die Notwendigkeit eines gezielten Eingriffs. Hierfür benötigt man eine gute Physiotherapie, Vertrauen und Disziplin in täglichen Bewegungsübungen und vor allem viel Geduld. Das Krankheitsbild der Frozen Shoulder ist meistens selbstlimitierend, aber es kann schon mal bis zu 2 Jahre dauern, biss die Beweglichkeit wieder vollends hergestellt ist. Glücklicherweise lassen die Schmerzen schon etwas früher nach, meist nach 6 Monaten.

Ich habe schon viel geübt. merke aber keine Besserung. Ist das normal?

In den ersten Monaten eines langwierigen Krankheitsverlaufs bei Frozen Shoulder ist es wichtig nicht die Nerven zu verlieren. Erste Verbesserungen stellen sich manchmal erst 6 Monate nach Krankheitsbeginn ein. Wenn Sie an einer Frozen Shoulder leiden und sich unsicher sind, ob bei Ihnen der Heilungsverlauf zeitgerecht ist, vereinbaren Sie einfach einen Termin.

Weiterführende Informationen

PROF. DR. MED BEN OCKERT

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin.

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